Democracy Camp 2025: Ein interkultureller Austausch über Demokratie, Medien, Inklusion und Europa

65 junge Europäer:innen trafen sich in Wien und Linz zum Democracy Camp, entwickelten das Youth Participation Handbook 2025 weiter, diskutierten Demokratie, Medien und Inklusion und stärkten Netzwerke für Europas Zukunft. Ein Bericht.

Nach einer erfolgreichen Ausgabe des Democracy Camps in Rumänien fand in diesem Jahr die vierte Ausgabe in Wien und Linz, Österreich statt. Vom 03. bis zum 07. September kamen 65 junge Menschen aus ganz Europa zusammen. Die Teilnehmer:innen im Alter von 16 bis 26 Jahren reisten aus Deutschland, der Schweiz, Belgien, Frankreich, Bulgarien, Rumänien, Kroatien, Österreich und der Ukraine an, um fünf Tage lang über den Zustand und die Zukunft der europäischen Demokratie zu sprechen. Das Democracy Camp wurde in Zusammenarbeit von Democracy International und Mehr Demokratie NRW organisiert.

Dieses Jahr beschäftigten sich die Teilnehmer:innen des Camps mit zwei zentralen Fragen: Welche Partipationsmöglichkeiten stehen insbesondere für junge Menschen zur Verfügung? Und wie lassen sie sich nutzen, um ein demokratisches und inklusives Europa zu stärken? Zur Untersuchung dieser Fragen sammelten die Teilnehmer:innen verschiedene Best Practices aus den Bereichen Medien und Inklusion, vertieften ihr Verständnis von politischen Strukturen und entwickelten praktische Kompetenzen für politische Teilhabe sowie für die Umsetzung erfolgreicher Projekte in der Zukunft.

Am Mittwoch, den 3. September, ging es los! Nach einer ersten Auseinandersetzung mit dem Youth Participation Handbook 2024 sammelten wir Ideen für dessen Weiterentwicklung und für die Umsetzung einer neuen Ausgabe im Jahr 2025. Am Nachmittag tauschten wir uns im Rahmen eines World Cafés I über politische Teilhabe und demokratische Entwicklungen in unseren Herkunftsländern aus – ein spannender Auftakt voller Inspiration und neuer Perspektiven. Nach dem Abendessen nutzten wir die Zeit ganz unterschiedlich: Einige unternahmen eine Stadtrundfahrt, andere spielten Spiele im Hostel, wieder andere ließen den Abend bei einem kühlen Getränk in der Innenstadt ausklingen.

Am nächsten Tag stand ein Höhenpunkt gleich zu Beginn auf dem Programm: der Besuch im österreichischen Parlament. Wir hatten die Gelegenheit, historische Räume zu besichtigen, darunter der Historische Sitzungssaal der Österreichischen Bundesversammlung, die Säulenhalle und der Sitzungssaal des Bundesrates. Der Tag ging weiter mit einem Workshop und Diskussion über Wien als Hauptstadt der europäischen Demokratie. Anschließend leitete Bianca Kämpf, Referentin der Organisation Dokumentation des österreichischen Widerstands, einen Workshop zum Thema Rechtsextremismus in Europa. Der Tag klang in einer Reflexionsrunde über die diskutierten Themen und bei einem gemeinsamen Abendessen aus.

Am Freitag reisten wir weiter nach Linz. Nach der Ankunft in das Jugendgästehaus setzten wir das World Café II fort: Teilnehmer:innen des Democracy Camps stellten ihre ehrenamtliche Arbeit vor und inspirierten die Gruppe mit ihren eigenen Erfahrungen. Der Tag setzte sich im Wissensturm fort, wo wir lokalen Initiativen zu Antidiskriminierung begegneten und uns mit ihnen austauschen konnten. Die Beiträge von Leticia Carneiro  und Suzanne Futterknecht, – Referentinnen der NGO Maiz bzw. Migrare - waren eindrucksvoll und leiteten anschließend in eine lebhafte Podiumsdiskussion, die sich vor allem um wie der Integrationsprozess für Migrant:innen verbessert und ihre stärkere Einbindung in solche Strukturen gefördert werden kann drehte, über. Nach einer Pause sprach Martin Wassermair, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen Österreich, über die Bedeutung von Pressefreiheit und welche Bedeutung diese in unserem Alltag hat. Der Tag endete kreativ: In einem Workshop mit der Fernsehsender DorfTV  lernten wir, wie mobile Berichtserstattung funktioniert. In kleinen Gruppen führten wir zu Übung Interviews miteinander, experimentierten mit Formaten und erlebten hautnah, wie journalistisches Arbeiten aussehen kann. 

Der Samstag begann im Alten Rathaus mit einem so genannten Markt der Möglichkeiten: Sieben lokale Initiativen stellten ihre Projekte vor, darunter eine Petition zum Schutz des Linzer Grüngürtels oder das Zivilgesellschafts- und Freiwilligenzentrum füruns. In einem anschließenden Workshop richteten wir den Blick auf unsere eigenen Heimatorte und entwickelten konkreten Ideen, wie wir Herausforderungen dort begegnen können und welche Lösungsansätze sich anbieten könnten. Am Nachmittag folgte der Besuch zu einem besonderen Festival: Die Ars Electronica – ein internationales Festival an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft. Der Abend mündete in der Abschlussveranstaltung Party-Cipate und einem gemeinsamen Besuch der Klangwolke. Nicht nur ein Highlight des Tages sondern auch der gesamten Woche.

Am Sonntag reflektierten wir schließlich gemeinsam, wie sich das Youth Participation Handbook 2025 und auch das Camp selbst weiterentwickeln lassen. Der Abschied war emotional – voller Dankbarkeit für das Gelernte, für intensive Diskussionen und für Freundschaften, die weit über das Camp hinausreichen. Viele zählen bereits die Tage bis zum nächsten Wiedersehen oder planen eigene Treffen. Denn eines ist sicher: Ein Jahr Pause fühlt sich einfach zu lang an.

Pressemitteilung

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