"Das Volk also entscheidet"

Am 10. November 2014 wäre Moritz Rittinghausen 200 Jahre alt geworden. Der gebürtige Hückeswagener wird von Experten als einer der Väter der direkten Demokratie angesehen. Außerhalb von Expertenkreisen ist sein Name aber leider weitgehend unbekannt.

 

Dabei ist Rittinghausen aus der deutschen Demokratiegeschichte nicht wegzudenken. Er gehörte 1869 zu den Mitbegründern der Sozialdemokratischen Arbeiterbewegung (SDAP), einer Vorläuferorganisation der SPD und war für seine Partei lange Jahre Reichstagsabgeordneter für den Wahlkreis Solingen. Seine Ideen flossen in die frühen Parteiprogramme der SPD mit ein.

 

Sein politisches Wirken begann bereits viele Jahre zuvor. Schon 1848 war Rittinghausen Mitglied des Frankfurter Vorparlaments. Er war Mitbegründer der Demokratischen Gesellschaft in Köln, gründete als Publizist die Neue Rheinischen Zeitung und die Kölnische Zeitung mit. Mit vielen bekannten Zeitgenossen, wie G. Sandt, Savigny, Marx, Engels, Considerant und anderen stand er in Kontakt.

 

Auch für seine Stadt Köln, in der er etwa seit 1848 wohnte, engagierte er sich zum Beispiel in Fragen der Festungswerke oder der Eingemeindung von Deutz. Über Jahre hinweg leitete er die Henot-Familienstiftung, mit deren Gründerfamilie er in einem verwandtschaftlichen Verhältnis stand.

 

Pionier der direkten Demokratie

Zweifellos kann man Rittinghausen als Pionier der direktdemokratischen Verfahren bezeichnen. Er ist in diesem Sinne für die direktdemokratische Bewegung in Deutschland, aber auch in der Schweiz, wie ein "Urahn" der Idee.

 

Bereits im Jahr 1850, noch im französischen Exil, erschien sein erster Artikel zur Volksgesetzgebung in der Zeitschrift "Democratie Pacifique". Hier entwickelte er ein praktikables Verfahren zu direkten Demokratie: Das Volk sollte in Gebiete von etwa je 1.000 Stimmberechtigten aufgeteilt werden, die einen Vorsitzenden wählen. Die in den "Sektionen" versammelten Bürger hätten das ausschließliche Recht zur Gesetzgebung. Ein aus Wahlen hervorgehendes überregionales Ministerkollegium sollten das ausführende Organ bilden.

 

Moritz Rittinghausen starb am 29. Dezember 1890 im belgischen Ath. Er wurde am 5. Januar 1891 auf dem Melatenfriedhof in Köln beigesetzt.

Pressemitteilung

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