Der Mensch in der Demokratie - Was wir von Albert Camus lernen können

07.12.2018 19:30 - 21:00

Katholische Hochschulgemeinde
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Welche Aufgabe hat der einzelne Mensch innerhalb unserer Demokratie? Macht es Sinn, sich bloß im wohlgeordneten Rahmen von Institutionen einzumischen oder müssen auch Grenzen des Legitimen überschritten werden, um die Grundideen von Freiheit und Gerechtigkeit zu verfechten? Der französischer Résistance-Kämpfer, Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald und politischer Aktivist Stéphane Hessel rief 2010 die Jugend auf: „Empört Euch!“; Einer der Leitgedanken des Politikers Franz Müntefering lautet: „Mischen Sie sich ein!“ und Albert Camus sah, dass der Mensch das Prinzip der Geburt als einer ersten Revolte, die zur Freiheit und zum Leben führe, bewahren müsse, um nicht Untertan herrschender Systeme zu werden.

Unter Bezugnahme auf das Denken von Albert Camus und Erich Fromm hat nun der Politikwissenschaftler Markus Pausch eine Demokratietheorie entworfen, die Demokratie nicht nur als eine Staats-, sondern auch als eine Lebensform betrachtet, die untrennbar mit der Revolte des Individuums verbunden ist, mit dem Widerstand gegen Zwang und Unterdrückung einhergeht, auf Zweifel und Dialog gründet und auf allen Ebenen gegen Ungerechtigkeit und Autoritarismus kämpft. Gemeinsam mit dem Politiker Franz Müntefering, dem Philosophen Jürgen Kippenhan (LOGOI) und dem Schriftsteller Sebastian Ybbs (Albert Camus Gesellschaft) spricht er über die Notwendigkeit von Demokratisierungsprozessen in einer Zeit, in der nationalstaatliche Demokratien von autoritären Tendenzen und zunehmend sozialer Ungleichheit bedroht werden, der Alltag der Menschen weiterhin von Diktaturerfahrungen geprägt ist und Arbeitswelt sowie Bildungssystem individuelle Revolte kaum noch zulassen.

Markus Pausch (* 1974 ) ist Professor im Studiengang Soziale Innovation der Fachhochschule Salzburg. Nach seinem Studium der Politikwissenschaft (Salzburg und Lyon) arbeitete er in Forschung und Lehre u.a. für die Universität Salzburg, die Österreichische Akademie der Wissenschaften Wien, die FU Berlin und das Lycée Faidherbe Lille. Er arbeitet zu Fragen der Demokratie und der sozialen Innovation in Europa. Seine Beschäftigung mit dem Werk des französischen Philosophen Albert Camus hat zur Entwicklung einer Demokratietheorie der Revolte geführt. 2017 ist sein Buch „Demokratie als Revolte – Zwischen Alltagsdiktatur und Globalisierung“ erschienen.

Franz Müntefering (* 1940) langjähriger Abgeordneter des deutschen Bundestags, war Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion, 1998 bis 1999 Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen und 2005 bis 2007 Vizekanzler und Bundesminister für Arbeit und Soziales. Heute ist er unter anderem ehrenamtlicher Präsident des Arbeiter und Samariter-Bundes. In der Frage, wie Individuum und Gesellschaft zueinander stehen, findet Müntefering viele Antworten bei Albert Camus.

Jürgen Kippenhan gründete 2009 LOGOI Institut für Philosophie und Diskurs und hat einen Lehrauftrag am philosophischen Institut der RWTH Aachen

Sebastian Ybbs ist Schriftsteller und Präsident der Albert Camus Gesellschaft

Vorverkauf: 9 Euro / 7 Euro (im LOGOI und der Buchhandlung Backhaus),

Abendkasse: 12 Euro / 9 Euro

Veranstalter: LOGOI – Institut für Philosophie und Diskurs

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