Olympia 2032: Dörner hält Ratsbürgerentscheide für geeignetes Format

Die Entwicklungen um die Wahl zum Austragungsort der Olympischen und Paralympischen Spiele 2032 und eine mögliche Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region haben sich in den letzten Tagen regelrecht überschlagen. Am Mittwoch (24.02.) empfahl die Evaluierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) überraschend das australische Brisbane als Austragungsort für die Olympischen Spiele 2032. Die Chancen für die Rhein-Ruhr-Region sanken damit erheblich. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Michael Mronz, Leiter der privaten Rhein-Ruhr-Initiative, machten bei einer Pressekonferenz vergangenen Freitag (26.02.) beide klar, sich weiter für eine Bewerbung einsetzen zu wollen, notfalls auch um die Spiele 2036. Auf der anderen Seite hält DOSB-Präsident Alfons Hörmann eine deutsche Bewerbung für unrealistisch – sowohl für 2032 als auch vier Jahre später.

Katja Dörner, © Schafgans/Bundesstadt Bonn

Mehr Demokratie hat mehrere Oberbürgermeister:innen potenzieller Austragungsorte im Rhein-Ruhr-Gebiet zum Beteiligungsverfahren für eine Olympia-Bewerbung befragt. Nach Thomas Kufen aus Essen und Felix Heinrichs aus Leverkusen, lesen Sie jetzt ein Interview mit Katja Dörner, Oberbürgermeisterin Bonns. Zum Zeitpunkt als die Fragen versendet wurden, stand das Beteiligungsformat noch nicht offiziell fest. Jetzt ist klar: Es soll Ratsbürgerentscheide in allen betroffenen Städten geben. Eine Einordnung dessen finden Sie in unserer aktuellen Pressemitteilung.

 

Mehr Demokratie: Hallo Frau Dörner! Bonn wird, neben 13 weiteren Städten der Rhein-Ruhr-Region, als einer der Austragungsorte für Olympia 2032 gehandelt. Freuen Sie sich darüber?

Ja, ich freue mich sehr auf die Olympischen und Paralympischen Spiele 2032 in der Rhein-Ruhr-Region, und lasse mich darin auch von den neuen Informationen nicht irritieren. Als Sitz des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) ist die Austragung vor allem der Paralympischen Spiele für Bonn von besonderem Interesse.

 

Mehr Demokratie: Eine offizielle Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region beim Internationalen Olympisches Komitee soll erst nach einer positiven Bürgerbefragung erfolgen. Eine Befragung parallel zur Bundestagswahl im September steht im Raum. Gibt es schon ein Konzept für eine Abstimmung und welche Art der Befragung würden Sie bevorzugen?

Die Verantwortlichen der Initiative Rhein Ruhr City 2032 haben mit dem Land NRW Vorschläge für eine Bürgerbeteiligung entwickelt. Es wird angeregt, dass in den 14 Kommunen, die zur Austragung einer oder mehrere Sportarten vorgesehen sind, ein sogenannter Ratsbürgerentscheid durchgeführt werden soll. Eine solche Vorgehensweise bedarf einer Zweidrittel-Mehrheit in den jeweiligen Räten. Ein Vorschlag ist es, den Ratsbürgerbescheid mit der Bundestagswahl im September diesen Jahres zu kombinieren. Dies scheint mir grundsätzlich ein geeignetes Format zu sein. Dieser Vorschlag bedarf allerdings noch der Diskussion auf der kommunalpolitischen Ebene.

 

Mehr Demokratie: Bislang ist lediglich von Befragungen der Bürgerinnen und Bürger in den Austragungsorten die Rede. Sollten bei einem Großprojekt dieser Tragweite aber nicht alle Bürgerinnen und Bürger NRWs befragt werden? Schließlich würde etwa ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auch die Menschen aus den Nachbarstädten betreffen.

Ziel der Initiative ist es, eine breite Bürgerbeteiligung sicherzustellen. Deshalb sollen nach meiner Kenntnis auch mit den Nachbarstädten in der Region Gespräche darüber geführt werden, ob diese jeweils einen Ratsbürgerentscheid durchführen wollen.

 

Mehr Demokratie: Die Rhein Ruhr City Initiative wirbt damit, dass die Olympischen Spiele 2032 besonders nachhaltig sein sollen. Als Grüne Oberbürgermeisterin dürfte das auch in Ihrem Sinne sein. Was bedeuten nachhaltige Olympische Spiele für Sie?

Nachhaltige Spiele bedeuten für mich zum einen, dass Ressourcen-schonend gehandelt wird und für alle Sportstätten ein sinnvolles Nachnutzungskonzept besteht. Da rund 90 % der für eine Olympiade benötigten Sportstätten bereits in der Region vorhanden sind, wären die Spiele 2032 tatsächlich sehr nachhaltig. Außerdem werden sicherlich in der einen oder anderen beteiligten Kommune Sport- oder Wohnräume entstehen oder Infrastrukturprojekte verwirklicht, die den Menschen vor Ort für viele weitere Jahrzehnte zur Verfügung stehen.
 

Mehr Demokratie: Vielen Dank für das Interview!

 

Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen) ist seit November letzten Jahres Oberbürgermeisterin von Bonn. Sie setzte sich in der Stichwahl gegen den damaligen Amtsinhaber Ashok-Alexander Sridharan (CDU) durch und ist die zweite Frau im höchsten politischen Amt Bonns. Von 2009 bis 2020 war Dörner Mitglied des Deutschen Bundestages, seit 2013 war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

 

Pressemitteilung

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