Was macht eigentlich eine Wahlhelferin?

Wie man bereits seit Wochen in den Meldungen verschiedener Zeitungen lesen konnte, suchen zurzeit allerorts Städte in NRW Wahlhelferinnen und Wahlhelfer. Grund dafür sind die im September anstehenden Kommunalwahlen. Vor sechs Jahren habe ich zum ersten Mal bei den Kommunalwahlen als Wahlhelferin teilgenommen und seitdem immer wieder an der Urne gesessen. Ich freue mich sehr auch dieses Jahr wieder aktiv dabei zu sein. Aber was macht eine Wahlhelferin überhaupt? – Das erzähle ich euch!

Wahlhelferin Ina Kuhl (fröhlich)

Wie wird man eigentlich Wahlhelferin? 

Ich bin 2014 durch eine Freundin darauf aufmerksam geworden, dass in Brühl Wahlhelfer gesucht wurden. Nachdem ich mich per Mail beim Ansprechpartner für alles rund um die Wahl gemeldet habe, wurde ich zu einem Vorbereitungsseminar eingeladen. Dort wurde mir in einer kurzen Abendsitzung alles über den Ablauf der Wahl erklärt: was zu beachten ist, welche Positionen es zu besetzen gibt, wie die Stimmauszählung abläuft, und so weiter. 

 

Was für Aufgaben gibt es zu verteilen und was machen die Wahlhelfer? 

Ich war bei allen Wahlen bisher als Beisitzerin eingeteilt, außerdem gibt es noch Schriftführer und Wahlvorsteher. Eine Übersicht über die Aufgaben der unterschiedlichen Positionen findet ihr übrigens hier

 

Was passiert am Wahltag? 

Der Tag startet gegen 7:30 Uhr bei der Vorbereitung: das Wohllokal wird hergerichtet, Wahlkabinen und Tische für die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer aufgestellt. Außerdem gibt es noch ein paar Sonderregeln zu beachten, so darf beispielsweise in einem gewissen Umkreis um das Wahllokal keine Plakatwerbung für Parteien hängen.

Dann wird entschieden, welche Wahlhelferinnen und Wahlhelfer in welchen Schichten helfen. Zur Erklärung: mit den Wahlvorstehern, den Schriftführern, ihren Stellvertretern und den Beisitzern sind genug Wahlhelfer da, sodass nicht alle gleichzeitig vor Ort sein müssen. Bei uns gab es daher immer zwei Schichten: von 8:00 bis 13:00 Uhr und von 13:00 bis 18:00 Uhr. Innerhalb dieser Schicht habe ich bisher beispielweise die Wahlzettel ausgegeben oder die Urne bewacht und dabei mitgezählt, wie viele Stimmzettel abgegeben wurden. Das ist besonders wichtig, wenn beispielsweise zwei Wahlen auf einen Tag fallen. Dann muss darauf geachtet werden, dass die Zettel in für sie vorgegebenen Urnen geworfen werden. 

Um 18 Uhr versammeln sich wieder alle Wahlhelferinnen und Wahlhelfer im Wahllokal, um mit der Stimmenauszählung zu beginnen – dem für mich spannendsten Teil. Hier sind übrigens auch Zuschauer willkommen! Wenn euch die Auszählung interessiert könnt ihr nach 18 Uhr gerne nochmal zu eurem Wahllokal gehen. Die Auszählung läuft dann wie folgt: Um alles übersichtlicher zu gestalten werden Stapel mit Wahlzetteln gebildet. Einen für jede Partei, sowie jeweils einen weiteren für definitiv ungültige Stimmzettel und einen für nicht eindeutige. Definitiv ungültig sind Stimmzettel, wenn beispielsweise bei zwei Parteien Kreuze gemacht wurden. Uneindeutig ist ein Wahlzettel, wenn es zum Beispiel nur ein schwaches Zeichen im Feld für eine Partei gibt, oder wenn neben den vorgesehenen Feldern Zeichen gemacht wurden. Über deren Gültigkeit wird dann abgestimmt, die Wahlhelfer entscheiden per Mehrheitsprinzip. Werden sie für gültig erklärt, werden sie den entsprechenden Parteistapeln zugeordnet, sind sich nach Ansicht der Mehrheit ungültig so landen sie auf dem Stapel der ungültigen Stimmen. 

Danach werden die Stapel mit den Wahlzetteln für die einzelnen Parteien und Wählergemeinschaften ausgezählt, gegengeprüft und in der Wahlniederschrift festgehalten. Ebenso wird die Anzahl der ungültigen Stimmen vermerkt. Mit der vollständigen Auszählung der Stimmen und dem Unterschreiben der Wahlniederschrift waren wir bisher nach etwa einer Stunde fertig. Dann wird der Raum noch in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Auch wenn so ein Wahltag für einen Wahlhelfer bzw. eine Wahlhelferin deutlich anstrengender ist als nur wählen zu gehen bin ich trotzdem jedes Mal glücklich, dass ich Demokratie so hautnah erleben durfte! Deshalb kann ich jedem ans Herz legen sich auch zu melden.

 

Interesse geweckt? 

Vielleicht hat mein Erfahrungsbericht bei dem ein oder anderen Interesse geweckt und ihr wollt bei der Kommunalwahl im September auch als Wahlhelferin oder Wahlhelfer aktiv werden?

Dann meldet euch ganz unkompliziert hier an! 

Pressemitteilung

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