Bürgerbegehren Aire – wünscht sich Bonn ein neues Wahrzeichen?

In schwindelerregender Höhe Kaffee trinken, Konzerte besuchen und Hochzeiten feiern – so die Idee von Host Burbulla. Mithilfe eines Bürgerbegehrens möchte er einen transparenten Turm aus Glas und Stahl direkt am Rheinufer bauen lassen, dort wo einst die Stadthalle Gronau stand. Wir haben mit ihm über sein außergewöhnliches Bürgerbegehren gesprochen.

Der geplante Aire-Turm in Bonn, © Host Burbulla

 

Mehr Demokratie: Könnten Sie sich selbst und Ihr Bürgerbegehren kurz vorstellen?

Ich bin Horst Burbulla und einer der drei Initiatoren des Bürgerbegehrens für einen Festsaal auf einem Turm in Bonn. Ich bin von Beruf Maschinenbauer und denke, dass sich die Bürger*Innen einer Stadt mit ihren Mitteln und Fähigkeiten konstruktiv einbringen sollen.

Öffentliche Plätze, wie Parks, Stadthallen oder Plätze, sind zentral für das Stadtgefühl und den Zusammenhalt der Bürger*Innen. Die Lokalpolitik in Bonn hat in den letzten Jahren sehr unter gescheiterten Projekten gelitten und hat viel Mut verloren. Das Bürgerbegehren Aire ist eine gute Möglichkeit, in der breiten Öffentlichkeit über die Zukunft der Stadt zu diskutieren und zu entscheiden.

 

Mehr Demokratie: Wie sind Sie auf die Idee für den Bau des Aire Turms gekommen und wie lange beschäftigen Sie sich bereits mit dem Projekt?

Mich hat die Frage beschäftig, ob man in der Bürgerschaft ein konstruktives Projekt wie einen Festsaal anstoßen und verwirklichen kann. Vor 100 Jahre gab es in Bonn eine großartige Stadthalle und wir möchten, dass so eine Idee wieder auflebt.

Seit etwa 5 Jahren arbeite ich an der technischen Planung des Aire Turms und jetzt an der politischen Umsetzung mit einem Bürgerbegehren.

 

Mehr Demokratie: Wie kommen Sie zu dem Namen „Aire“?

Der Name bedeutet "Platz" und hat einen schönen, luftigen französischen Klang. Ein Platz in den Wolken.

 

Mehr Demokratie: Einerseits unterstützen prominente Befürworter*Innen Ihr Projekt, andererseits wurde eine Petition dagegen initiiert. Was denken Sie, wie sieht das Stimmungsbild bei den Bonner Bürger*Innen bezogen auf Ihr Projekt aus?

Es gibt einen grundsätzlichen Unterschied zwischen einem ablehnenden oder einem zustimmenden Bürgerbegehren. Während das ablehnende Bürgerbegehren fast immer eine spontane Zustimmung in der Bevölkerung erhält, ist die Zustimmung zu einem Projekt für den einzelnen Bürger*Innen eine große Überwindung. Während bei einer Ablehnung nichts passiert, trägt man bei der persönlichen Zustimmung mit der eigenen Unterschrift plötzlich eine große Verantwortung. Die letzten 12 Monate waren für uns als Initiatoren schon eine Achterbahnfahrt. Man erfährt große Zustimmung, die einen immer weiter trägt. Es gibt aber auch verletzende, zumeist anonyme Beleidigungen die man vorher nicht gekannt hat.

 

Mehr Demokratie: Wie viele Unterschriften fehlen Ihnen noch?

Wir haben jetzt 8.000 von 10.000 Unterschriften.

 

Mehr Demokratie: Was passiert nach den 50 Jahren Pacht?

Dass muss in 50 Jahren der Stadtrat entscheiden.

 

Mehr Demokratie: Vielen Dank für das Gespräch!

 

Horst Burbulla lebt in Bonn und ist Unternehmer. 2005 bekam er für die Erfindung eines Kamera-Kranes mit Teleskop-Mechanismus den Oskar in der Kategorie Technik. Mit seiner Stiftung möchte er nun den Aire Turm bauen und betreiben.

Pressemitteilung

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