Olpe

Bürgerbegehren für Bestattungswald

Träger: Interessengemeinschaft Bestattungswald Olpe

 

Status: Bürgerbegehren im Bürgerentscheid erfolgreich

 

Aktuelles/Ergebnis: Der Rat der Stadt Olpe hatte am 30. Juni 2010 mit den Stimmen von CDU und FDP einen Antrag der SPD abgelehnt, einen so genannten „Bestattungswald“ anzulegen. Um die Bürger der Stadt über diese Frage entscheiden zu lassen, hatten die "Interessengemeinschaft Bestattungswald Olpe" ein Bürgerbegehren initiieren.

 

Viele Bürger in Olpe und Umgebung haben laut Interessengemeinschaft den Wunsch, sich nach ihrem Tod verbrennen zu lassen. Die Beisetzung der Urne solle dann jedoch nicht auf einem herkömmlichen Friedhof stattfinden, sondern in einem dafür vorgesehenen „Bestattungswald“. Mit der Errichtung eines Bestattungswaldes auf dem Gebiet der Kreisstadt Olpe werde jedem Menschen die Handlungsfreiheit zugestanden, selbst zu entscheiden, wie und wo er bestattet werden möchte. Die Baumbestattung biete allen Bürgerinnen und Bürgern eine zusätzliche Möglichkeit zu den bisherigen Bestattungsformen. Trauerzeremonien könnten in einem Bestattungswald in allen gewohnten Formen durchgeführt werden. Die Kirchen hätten keine Einwände und kooperierten bundesweit mit alternativen Friedhofsformen wie einem Bestattungswald. Eine aufwendige Grabpflege, die oftmals nicht mehr gewährleistet werden könne, entfalle im Bestattungswald. Immer mehr Menschen wünschten wohl überlegt die Baumbestattung in einem Bestattungswald als würdige Form der letzten Ruhe.

 

CDU, FDP und Bürgermeister Horst Müller (CDU) hatten den Bestattungswald abgelehnt, weil sich hierfür kein privater Investor gefunden habe. Nach einer Machbarkeitsstudie und der Besichtigung von möglichen Standorten hätten potenzielle Investoren entschieden, dass es in Olpe keinen qualitativen Standort gibt. In Sondern habe die ablehnende Haltung an der Waldstruktur und der unmittelbaren Nähe zum Friedhof gelegen. In der Hardt seien die Baumstruktur und die Nähe zur Umgehungsstraße und in der Kimicke der Lärm der Autobahn und das angrenzende Wohngebiet als Negativkriterien genannt worden. Ein Bestattungswald werde die Stadt also finanziell belasten. Pflegefreie Grabstätten könnten auf den bestehenden Friedhöfen geschaffen werden. Diese gehörten zu einer seit Jahrhunderten bewährten Bestattungskultur.

 

Beim Konzept des Bestattungs- bzw. Friedwaldes erwerben Interessierte zu Lebzeiten das Nutzungsrecht an einem Baum, unter dem man sich später einmal bestatten lassen möchte. Hierfür gibt es einzelne Konzepte vom Einzel- über das Freundschafts- bis zum Familiengrab. Eine am Baum angebrachte Plakette erinnert mit Namen und Grabspruch an den Verstorbenen. In Deutschland gibt es bisher 34 Friedwälder.

 

Die Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren hatte am 28. August 2010 begonnen. Am 29. September 2010 hatten die Initiatoren 2.786 Unterschriften hierfür an die Stadt übergeben. Der Rat hatte das Begehren am 4. November 2010 mit den Stimmen von CDU und FDP abgelehnt.

 

Im Bürgerentscheid vom 6. bis 30. Januar 2011 votierten 78 Prozent der Abstimmenden für das Bürgerbegehren und damit für den Bestattungswald. Die Abstimmungsbeteiligung lag bei 31,2 Prozent.

 

Info:

Bürgerbegehren “Bestattungswald Olpe”

FriedWald.de

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